Kirchgemeinden Neukirch & Steinigtwolmsdorf
Herzlich Willkommen!

Jahreslosung 2026
Gott spricht: «Siehe, ich mache alles neu» - (Offenbarung 21,5)


Liebe Leserinnen und Leser,
Was löst die Jahreslosung für das neue Jahr in Ihnen aus? Vielleicht denken Sie angesichts des Weltgeschehens: Klingt gut - hoffentlich bald! Oder Sie denken: Ja, vieles kann man neu machen, aber bitte nicht alles… Oder eine andere mögliche Reaktion wäre auch: Okay, aber wozu braucht es uns dann noch?! Es gibt natürlich noch hunderte andere Möglichkeiten, was man zu dieser Jahreslosung denken kann… Wenn Sie möchten: Notieren Sie sich Ihren ersten Gedanken, Ihr erstes Gefühl, bevor Sie hier weiterlesen.
Gehen wir einen zweiten Schritt: Wo steht die Jahreslosung 2026 in der Bibel? Die Jahreslosung steht im Buch der Offenbarung, auch Johannes-Apokalypse genannt. In diesen letzten Teil der Bibel wurde schon viel hineininterpretiert, manches plausibler als anderes. Der aktuelle Stand der Wissenschaft lautet u.a.: Das Buch der Offenbarung soll Hoffnung machen angesichts einer politisch schwierigen bis lebensgefährlichen Weltlage für die Christinnen & Christen vor ca. 1900 Jahren. In diese Angst zeichnet der Autor Johannes Bilder des Handelns Gottes: Es wird nicht so bleiben, wie es ist. Es wird alles neu werden. Gott wird alle Tränen abwischen. Es wird eine neue Erde und ein neuer Himmel entstehen…
«Siehe, ich mache alles neu». Nun möchte ich einen dritten Schritt gehen und mir die Worte „ich“ und „alles“ ansehen. Beide Wörter haben mit den ersten Reaktionen oben zu tun: „Ich“ – Was machen wir Menschen, wenn Gott schon macht? „Alles“ – Aber was ist mit dem, was gut läuft? Es gibt doch Alt-Bewährtes, was ist damit…?
Starten wir mit dem „Ich“: Gott macht selten etwas ohne seine Menschen. Die Entscheidung, uns einzubeziehen, zieht sich durch die gesamte Bibel. Ja, da wird zwischendurch auch gejammert, gemault und diskutiert zwischen Himmel und Erde. Aber: Gott geht mit seinen Menschen und gestaltet mit ihnen. Von daher dürfen wir, denke ich, davon ausgehen: Auch diesen Weg wird Gott nicht ohne uns, ohne mich & Sie, gehen!
„Alles“: Wie es ein Kollege von mir mal so schön formuliert hat „‚Alles‘ ist ein Gottes-Wort, kein Menschen-Wort! Wer ‚alles‘ richtig machen will, kann nur scheitern. Das bedeutet auch: Bei allem Mitwirken von uns Menschen – ‚Alles‘ im Gesamten bleibt Gottes Aufgabe, weil es uns schlicht überfordern würde. Das ist der eine Teil, aber was ist nun dieses ‚Alles‘, das ‚neu‘ werden soll? Johannes beschreibt es immer wieder in seiner Offenbarung: Es geht ganz um Gerechtigkeit; darum, dass alle Tränen abgewischt werden; darum, dass der Tod keine Macht mehr haben soll. Oder philosophischer formuliert: Gott grenzt die Ausgrenzung aus, damit ‚Alles‘ Wirklichkeit, also ‚neu‘ werden kann.
«Siehe, ich mache alles neu.» Die Jahreslosung für das kommende Jahr ist ein Versprechen und ein Zeichen der Hoffnung. Bleibt noch die Frage nach dem „Wann?“, und die wird niemand, auch ich nicht, beantworten können. Für mich gibt es kaum etwas, das gleichzeitig so viel Ungeduld, Neugier und Hoffnung, weckt, wie die Feststellung: Oft erfüllen sich Gottes Versprechen nicht im großen „Tamtam“, sondern im Kleinen. Die Geburt von Jesus, Gottes Sohn, ist wohl eines der besten Beispiele dafür…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten; ein gutes neues Jahr 2026; und viele neue wertvolle Gedanken & Gefühle mit der Jahreslosung «Siehe, ich mache alles neu.».

Ihre Pfarrerin Stephanie Klumpp